Bahnverkehrs- und Transportverbände machen sich gemeinsam stark für mehr Mobilität

12 Juli 2019

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Febetra und das Belgian Rail Freight Forum kommen vereint mit einem konkreten Vorschlag auf, um die Mobilität in Belgien voranzubringen. Sie plädieren für eine Ausgleichszahlung an Transportunternehmen, die ihre Fracht von der Straße auf die Schiene verlagern, was im Augenblick leider noch zu kostspielig ist. Diese Maßnahme könnte den Frachtführern dazu verhelfen, jährlich 750.000 Lkws aus dem staudichten Straßenverkehr abzuziehen. Die Kombination von Straße und Schiene ist nach Ansicht beider Verbände dringend notwendig, um die Mobilität und logistische Vorreiterrolle Belgiens weiter zu gewährleisten.

Die Zukunft der Mobilität in Belgien sieht alles andere als rosig aus. Schon heute steht der Verkehr teilweise still, im Schnitt 44 Stunden pro Fahrer im Jahr. [1] Bei einem voraussichtlichen Anstieg des Frachtverkehrs um 27 % bis 2040 wird sich dieses Problem noch verschärfen.[2] Um einen kompletten Stillstand in naher Zukunft zu vermeiden, muss dringend an einem nachhaltigen und intelligenten Verkehrsmix gearbeitet werden, bei dem die Frachten nicht nur über die Straße, sondern teilweise auch per Bahn oder Binnenschiff befördert werden.

Philippe Degraef, Verbandsleiter Febetra: „Straßentransportunternehmen und Bahnbetreiber setzen zunehmend auf modale Komplementarität. Das Umdenken hat schon stattgefunden, vor einer ganzen Weile. Jetzt kommt es darauf an, dies auch in die Tat umzusetzen.“

Doch genau hier drückt der Schuh. Die Straßentransportunternehmen sind sehr wohl gewollt, ihren Verkehr teilweise auf die Schiene oder Binnenwasserwege zu verlagern, doch liegen diese Pläne derzeit auf Eis wegen der hohen Kosten. Die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene erfordert nämlich zusätzlichen Arbeitsaufwand und somit zusätzliche Betriebskosten von jeweils 40 Euro im Schnitt.[3] Außerdem sind Investitionen in eine geeignete Infrastruktur und Material erforderlich. 

Febetra und das Belgian Rail Freight Forum sind überzeugt, dass deutlich mehr Straßentransportunternehmen multimodale Dienste für die Kurz- und Fernstrecke entwickeln würden, wenn man die derzeitige Kostenschwelle senkte. Hierzu ist Folgendes erforderlich:  

  • Beihilfen für Straßentransportunternehmen, die in entsprechende Infrastrukturen oder Material investieren, wie Reachstacker, Container, multimodale Trailer usw.
  • eine Ausgleichszahlung für die Umschlagskosten in Form eines Gutscheins von 40 € pro Beförderungseinheit, die ein Straßentransportunternehmen auf die Schiene oder auf einen anderen nachhaltigen Verkehrsmodus verlagert.

 

Paul Hegge, Vertreter des Belgian Rail Freight Forum: „Mit einem Umschlagsgutschein könnte der Staat die Straßentransportunternehmen für die Hin- und Rückverlagerung auf den effizientesten Verkehrsmodus entschädigen. So lassen sich in Belgien jährlich 750.000 Lkws aus dem Straßenverkehr ziehen und täglich 1.000 verlorene Fahrstunden durch Staus vermeiden.“

Febetra und das Belgian Rail Freight Forum unterstreichen, dass beide Vorschläge positive Auswirkungen auf die Verkehrsverlagerung, die Verkehrsflüssigkeit und die Umwelt haben werden.

 



[1] Quelle: siehe Memorandum des Belgian Rail Freight Forum.

[2] Quelle: Föderales Planbüro (2019)

[3] Eine gemeinsame Studie von Febetra und dem Belgian Rail Freight Forum schätzt die durchschnittlichen Umschlagskosten auf 40 € pro Umladung und Beförderungseinheit (vom Lkw auf den Zug oder umgekehrt).

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